Esoterik für Einsteiger - Teil 1: Die menschliche Konstitution: Körper, Geist und Seele?

Körper, Geist und Seele, hat jeder schon mal gehört, aber wie jetzt genau und was bin „Ich“ in dieser Konstellation?

Etwas geistiges Futter hat noch niemanden geschadet :) (Bilder: freepik.com, Collage: Steven Otto)

Voraussetzung ist hier wie für jede esoterische Weisheit, der Glaube an etwas "Höheres", wie bestimmt oder unbestimmt das auch sein mag.

Diese dreifache im Westen gebräuchliche Einteilung ist nur eine von vielen. Es gibt bspw. im Buddhismus vier- und fünffache Einteilungen des Menschen, in der Theosophie eine sieben- und eine zehnfache etc.

Einfache Einteilungen sind leichter zu verstehen, aber umso einfacher, umso mehr bleibt natürlich auch verborgen. Dabei ist gerade die eben genannte dreifache Einteilung am schlechtesten für eine Erklärung geeignet, was mit der spirituellen Geschichte Europas in den letzten 1.500 Jahren zu tun, was aber ein anderes Thema ist.

Gemeinsam haben aber tatsächlich alle Systeme die Möglichkeit einer Trennung in mindestens zwei Teile, in sterbliche und unsterbliche Prinzipien und zudem (bei den meisten) auch in einen dritten „nur“ potenziell unsterblichen Teil.

Los gehts

Der Körper bestehend aus Materie ist vergänglich, soviel ist allen klar, die materiellen Formen entstehen, werden und vergehen, wie alles materielle früher oder später vergeht.

Das Geistige ist dem Materiellen im Zeichen der Dualität entgegengesetzt, also unvergänglich, ein einfacher logischer Schluss. Und das wir in einer Welt der Dualität leben bzw. Körper vergänglich sind kann ja niemand enrsthaft negieren.

Also gibt es neben dem Körper auch etwas Höheres in uns, das nicht wir sind ("Ich"), aber dennoch vorhanden, genannt das höhere Selbst oder einfacher das geistige Prinzip, der Geist (nicht der halbtransparente vom Friedhof, sondern der göttliche).

Und dieses geistige Prinzip ist auch die sich auf Erden inkarnierende Wesenheit, denn es ist bereits unsterblich. Es ist also nicht so, wie viele Esoteriker heute meinen, das sie selbst a priori unsterblich sind und demnach schon oft in dieser Welt inkarniert waren. Das ist Unsinn (es wird sicher auch einen Artikel zum Thema Inkarnation geben).

Wir, also das Ich oder Ego, ist sozusagen ein geistiges Kind dieses höheren Selbst und besitzt zwar das Potential nach dem irdischen Tod auf die geistige Ebene (in die "nächste Welt") überzugehen, aber Unsterblichkeit ist kein Geschenk, sondern etwas, was man sich verdienen muss und zwar durch sein Leben.

Diese Erde, o unwissender Schüler, ist nur der düstere Eingang, der zum Dämmerlicht führt, das vor dem Tal des wahren Lichts kommt, - jenes Licht, das kein Wind auslöschen kann, jenes Licht, das brennt ohne Docht oder Öl (oder für „Digital Natives“ ohne App und Akku, aus "Die Stimme der Stille" von H.P. Blavatsky).

D.h. auch die höchsten Götter waren einmal Menschen wir wir, denn nur im Kontakt mit der Materie kann überhaupt Selbstbewusstsein entstehen und auch sie mussten sich demnach wie jedes individuelle geistige Wesen im „irdischen Feuer des Leidens“ beweisen.

Fassen wir also Zusammen

  • Körper = vergänglicher Teil des Menschen
  • Geist = unvergänglicher Teil des Menschen (inkarnierende Wesenheit, Kommunikationskanal "nach unten" ist das Gewissen)
  • Ego oder Ich = potenziell unvergänglich, d. h. je nach dem wie es auf Erden lebt wird es nach dem Tod vergehen oder in die geistige Ebene übergehen und dann kann es nicht mehr vergehen.

Was nun die Seele angeht, im jüdischen Glauben gibt es einen schöne Weisheit die sinngemäß lautet:

Ein Mineral wird zu einer Pflanze, die Pflanze zu einem Tier, das Tier zum Menschen, der Mensch zum Geist und der Geist zu Gott.

Das gibt eine Idee der Entwicklung der Seele, die in der Theosophie auch genau erklärt wird, wobei erst mit dem Menschen das selbstbewusste Ego gänzlich ins Spiel kommt oder anders gesagt, die Seele individualisiert wird.

Von einem einfacheren Punkt aus betrachtet: Jeder kennt das christliche (besser kirchliche) „Vater, Sohn und heiliger Geist“. Auch hier verschleiert die Kirche leider mehr als sie preisgibt, denn korrekt (nach ursprünglicher Lehre) müsste es lauten: Vater, Mutter und Sohn, was ja jedem einleuchtet, denn anders macht die Allegorie ja keinen Sinn oder wo soll der Sohn herkommen.

Aber wie dem auch sei, gibt die Metapher von Vater, Mutter und Sohn ein sehr anschauliche Redefigur, wie es sich mit Geist (Vater), Seele (Mutter) und Ego (Sohn) verhält, denn das Ego ist das geistige Kind seines Vaters, der seinen Sohn durch die Seele erzeugt.

Das führt dann zur eigentlichen dreifachen Einteilung, die da lautet:

  • Geist = verborgenes geistiges Prinzip, der "Vater im Himmel" aus Sicht des Egos
  • Seele = in gewisser Weise der Erfahrungs- und Wissensspeicher
  • Ego = Selbstbewusstsein, aktives handelndes, intellektuelles Prinzip

Das ist der geistige Mensch, der zudem natürlich einen Körper benötigt, um sich und die Welt durch die Sinne überhaupt erfahren zu können.

Was lernen wir daraus? Richtig, Niemand ist jemals allein (höheres Selbst), Esoterik muss nicht verwirrend sein (Fragen gerne in den Kommentar s.u.) und der Mensch ist weit mehr als ein seelenloser Trockennasenaffe, wie es uns die Wissenschaft lehrt.

In diesem Sinne ...

 

Im zweiten Teil dieser Serie geht es um:

Das menschliche Potenzial: Unsterblichkeit vs. Tod?

Verschlagwortung: 

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