Esoterik für Einsteiger - Teil 2: Das menschliche Potenzial: Unsterblichkeit vs. Tod

Es wurde seit Menschengedenken gelehrt und die Geschichtsforschung zeigt, jedes Volk, wie klein oder groß, wie weit oder weniger weit entwickelt es war oder ist, glaubt(e) an ein Leben nach dem Tod.

Etwas geistiges Futter hat noch niemanden geschadet :)

Bilder: http://www.freepik.com, Text & Collage: Steven Otto

Wer an dieser Sichtweise zweifelt, die Beweise für einen Leben nach dem Tod sind längst evident.

Im ersten Teil dieser Serie „Die menschliche Konstitution: Körper, Geist und Seele?“ ist bereits klar geworden, dass man den Menschen mindestens einteilen kann in ein sterbliches (Körper), ein unsterbliches (Geist) und zudem in ein „nur“ potenziell unsterbliches Prinzip, das Ego oder Ich, wobei das Ego mehr oder weniger zwischen den Stühlen sitzt, denn es besitzt höhere (geistige) unvergängliche und niedere (materielle) vergängliche Prinzipien, hat also Anteil sowohl am Geistigen, weil es dort als ein ein "Funke" seinen Ursprung nahm als auch durch die Vermischung am Materiellen durch das körperliche Prinzip.

Und so besitzt das Egp auch das Potenzial von beiden. Es kann am Ende des irdischen Lebens auf die geistige Ebene übergehen und damit Unsterblichkeit erlangen (der Sinn der geistigen Evolution, zugleich die Geburt individuellen geistigen Lebens) oder aber mit der vergänglichen, materiellen Form zu vergehen. Die Entscheidung steht jedem frei.

Während daher das individuelle [höhere oder göttliche] Ego [das geistige Prinzip] infolge seiner Wesenheit und Natur durch die Ewigkeit unsterblich ist, mit einer Form (rupa), die die ganzen Lebenszyklen der Vierten Runde vorhält, hat sein Sosie oder Ebenbild, das persönliche [irdische] Ego, seine Unsterblichkeit erst zu gewinnen. (Geheimlehre, Blavatsky, Bd. III, S. 519)

Die entscheidende Frage ist nun, wie verwirklicht der Mensch sein göttliches Potenzial der Unsterblichkeit? Die Grundüberlegungen dazu sind sehr vereinfacht gesagt folgende:

Es kann nur etwas auf eine geistige Ebene übergehen, was dieser geistigen Ebene gleich wesentlich, d.h. überwiegend geistig ist. Daraus folgt, dass das Ego ein möglichst geistiges Leben auf Erden führen muss, um sich schon während seines Lebens überwiegend mit seinen höheren geistigen Prinzipien zu vermischen, wobei in dieser Hinsicht alles, Handlungen, Worte und Gedanken auf das innere Wesen des Menschen wirken.

Und was heißt ein geistiges Leben führen? Gegenfrage: Für was stand das Geistige immer, steht es noch und wird es wohl auch immer stehen? Richtig: Wie bei den antiken Philosophen steht das Göttliche oder Geistige für das Gute, Schöne und die Glückseligkeit in Reinform, für Wissen, insbesondere in diesem Zusammenhang woichtig, für Tugendhaftigkeit und Vernunft in höchster oder absoluter Vollkommenheit.

Ergo: Will man sich zu Lebzeiten mit seinem höheren geistigen Prinzipien vermischen, dann durch ein möglichst vernünftiges und tugendhaftes Leben und nur so verwirklicht der Mensch sein göttliches Potenzial.

Über die Tugenden habe ich schon einiges geschrieben, bspw. Herzensreinheit, Mitleid & Barmherzigkeit, weitestgehende Enthaltsamkeit, Wahre Liebe, Selbstlosigkeit, Hilfeleistung, Dankbarkeit, Frauen- & Mütterverehrung, Leiden ohne zu klagen etc. (s. auch Startseite rechte Spalte).

Die Vernunft betreffend: Was vernünftig ist und was nicht weiß jeder. Genussmittel bspw. sind durchweg unvernünftig, aber wer handelt konsequent danach? Und bitte, etwas ungesundes in Maßen zu genießen macht es nicht gesund, sondern nur weniger ungesund, aber bleiben wir beim Thema:

Der Umkehrschluss ist demnach, dass ein gegenteiliges Leben, das materielle, egoistische und unvernünftige, das Ego mehr mit seinen niederen materiellen vergänglichen Prinzipien vermischt.

Im Grunde eine ganz simple Sache und doch ist es das nicht. Denn es gibt noch einen tieferen Sinn dieses vernünftigen Lebens und der wird deutlich für all jene, die sich tatsächlich bemühen, ein tugendhaftes Leben zu führen, denn dafür muss man innerlich stark kämpfen.

In dem man sich materielle oder niedere Begierden versagt (die in jedem zwangsläufig aus dem materiellen aufsteigen) und sich in dieser Hinsicht selbst überwindet, vermischt man sich nicht nur mit seinen unvergänglichen Prinzipien, sondern stärkt durch diese geistigen Anstrengungen auch seinen Willen respektive sein Ego.

Wer also nie in dieser Hinsicht gegen die Unvernunft in sich gekämpft hat und jeder inneren Regung nachgibt, gleich wie unvernünftig, der wird weder ein tugendhaftes und vernünftiges Leben führen noch am Ende seines irdischen Lebens als Ego stark genug sein, um auf die geistige Ebene überzugehen (von der Reinheit in solchen Fällen ganz zu schweigen).

Jede Klasse von Schöpfern begabt den Menschen mit dem, was sie zu geben hat; die eine bildet seine äußere Form; die andere gibt ihm ihre Wesenheit, welche später infolge der persönlichen Anstrengung des Individuums das Menschliche Höhere Selbst wird […] Wo kein Kampf ist, da ist kein Verdienst [...] Vollkommenheit, um solche voll zu sein, muss aus der Unvollkommenheit geboren sein, das Unzerstörbare muss aus dem Zerstörbaren hervorwachsen, indem es das letztere zu seinem Träger und Grundlage und Kontrast hat. (Geheimlehre, Blavatsky, Bd. II, S. 99)

Was nun den Tod angeht: Sehr viele Menschen schaffen in diesen unseren Zeiten den „Absprung“ nicht, kein Wunder, wenn man sich die Gesellschaft anschaut, in der auch noch die unvernünftigsten Dinge schön geredet und für normal befunden ja "gefeiert" werden (Essen, Trinken und Sex sind diesbzgl. am materiellsten, sie entspechen der rein tierischen Bewusstseinsebene der Selbsterhaltung. Sicher, sie gehören zum Leben, sind dafür notwendig, aber im welchen Maße?).

Ihr übriges tut zudem die irrige Lehre der Kirche, das auch noch der größte Sünder in das Himmelsreich eingehen kann, sofern er sich nur zu Jesus im Rahmen der Kirche bekennt, denn der sei ja für die Sünden der Menschen am Kreuze gestorben. Genau das ist der ursprüngliche, innere Antrieb der moralischen Degeneration des Westens, denn wieso tugendhaft leben, wenn einem alle Sünden vergeben werden? Wie ungerecht! Nein, das Blut anderer Menschen wird uns defintiv nicht helfen, wenn "Zahltag" ist.

Jene, die den „Absprung“ nicht geschafft haben, werden nach dem irdischen Tod durch Leid ihre Buße für jede ihrer begangenen Unvernunft leisten müssen und, nachdem ihre höheren Prinzipien in die geistige Welt entschwunden sind, in der niedrigsten Bewusstseinsebene mehr oder weniger bewusstlos den Weg alles irdischen gehen.

Für die wenigen, die entbehrungsreich und bedürfnisarm den "Pfad des ewigen Pilgers" gehen, für die ist der irdische Tod die Geburt in das geistige Leben. Und was jene erwartet, dazu vlt. zu einem späteren Zeitpunkt mehr, denn Im drittem Teil dieser Serie geht es vorerst um:

Esoterik für Einsteiger - Teil 3: Der innere Kampf ums geistige Überleben?

Verschlagwortung: 

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Eines meiner Hobbys: Zeichnen
Seit 2001 ist das Medium durch das ich versuche künstlerisch tätig zu sein rein digital. Hier drei theosophisch inspirierte Werke.
Internet-Links
Blavatsky Study Center
Es handelt sich dabei um eine englischsprachige Seite, die sehr viel Material zum Thema Theosophie und Madame Blavatksy archiviert. "This website is...

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