Das Düsseldorfer Abendblatt macht sich lächerlich

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Das Onlinemagazin 02elf Düsseldorfer Abendblatt veröffentlichte am 02. April eine News über H.P. Blavatsky die einen äußerst skurilen aber durchaus originellen "Journalismus" offenbart.

Wer schon immer mal wissen wollte, was es mit Madame Blavatsky und dem geheimnisvollen Buch des Dzyan, auf dem die Geheimlehre, dem Standardwerk der modernen Theosophie im Kern beruht, der wird nun vom Düsseldorfer Abendblatt hinters Licht geführt aufgeklärt, welches schon in der Überschrift in großen Lettern schreibt:

Ein verfluchtes Buch von der Venus

Man erfährt dann, dass damit tatsächlich das Buch des Dzyan gemeint ist, was von "Aliens direkt von der Venus stammt" und mit einem Fluch belegt ist, was man wohl auch daran erkennen würde, das Madame Blavatsky so oft krank war.

Nach ihrer Rückkehr in London wollte sie nach eigenen Angaben die „Stanzen des Dzyan“ veröffentlichen, um die Verfolgung sinnlos zu machen. Doch während der Veranstaltung versuchte ein Unbekannter, sie zu töten. Er behauptete, „ferngesteuert“ worden zu sein. Dann verschwand das geheimnisvolle Buch angeblich aus dem Tresor im Hotel. Blavatsky sprach von einem Komplott gegen sie. Im Jahr 1875 gründete sie trotzdem die Theosophische Gesellschaft, um alle Religionen und philosophischen Lehren zu erforschen sowie das Buch Dzyan zu suchen.

Nicht nur in diesem Absatz und der Kernaussage des Artikel, sondern überhaupt der komplette Artikel ist so gut wie vollkommen falsch, viel falscher geht es kaum noch. Man ist ja viel gewohnt, wenn es um Verleumdung und Falschheiten bezüglich Madame Blavatsky und Theosophie geht und schon viele sonderbare Sichtweisen sind mir begegnet, aber diese Version von groben Unsinn und Aliens von der Venus als Begründer der modernen theosophischen Bewegung, das ist selbst für mich neu.

Da die Meldung vom 2. April stammt, kann es sich doch nur um einen verspäteten und dazu eher schlechten Aprilscherz handeln. Zudem erkennt man auch hier wieder schön, wie die Lüge stets den Abhang hinunter eilt, wohingegen die Wahrheit oft schwer bergan kämpfen muss, denn das Original der Meldung ist von "radio Stimme Russlands" und wird auch via Facebook verbreitet.

Zugegeben, Russland hat noch Nachholebedarf in Sachen Aufklärung, waren doch die gesamten Werke H. P. Blavatskys, einer gebürtigen Russin, in Russland, wenn ich mich recht erinnere, bis zum Fall des Ostblocks verboten, was aber noch lange nicht einen so absolut desaströsen Journalismus entschuldigt, der noch desaströser wird, wenn er einfach unreflektiert übernommen wird.

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